Das Imperial Grand Hotel ****, seinerzeit Grand Hotel Terme genannt, ist ein Symbol des internationalen Rufes, den Levico Terme am Anfang dieses Jahrhunderts erreichte. Der Name des Hotels ist an die Persönlichkeit von Giulio Adriano Pollacsek eng gebunden.

Pollacsek stammte aus Berlin Charlottenburg. Er war Doktor in Philosophie, Unternehmer und ein schlauer Geschäftsmann, der das Wirtschaftspotential der Thermen von Levico erkannt hatte. Er kam 1894 in Levico an. Im gleichen Jahr wurde Levico durch einen Erlaß des Kaisers Franz Joseph zum Rang einer Stadt erhoben.

1896 wurde die Eisenbahnlinie der Valsugana eröffnet. Für Pollacsek war das eine gute Gelegenheit, neue Pläne für das Städtchen zu studieren: er dachte an eine neue Thermalanlage in einem Luxushotel, das von einem riesigen Park umgeben und durch eine imposante Allee mit dem Bahnhof verbunden sein sollte. Sein Ziel war, Levico zum Ruhm eines internationalen Kurortes zu bringen. Somit fing für Levico eine neue Phase an: das Städtchen wurde  innerhalb einiger Jahren ein belebtes Urlaubsziel der internationalen Elite.

Im Herbst 1898 begann der Bau des Grand Hotels und der Thermalanlage. Auf mehr als 12 Hektaren Land wurde ein schöner Park angebaut, der von Georg Zill gezeichnet und realisiert wurde. Zill stammte, wie Pollacsek, aus Berlin und war auch ein ausgezeichneter Gärtner. Die bereits erwachsenen Pflanzen die im Park eingesetzt wurden, stammten aus österreichischen Baumschulen und wurden mit der Eisenbahn nach Levico transportiert.

Im Sommer 1899, acht Monate nach dem Baubeginn, waren die Mauerwerke fertig.

Am 12. Juli 1900 besuchte der Erzherzog von Österreich Eugen, das Thermalgebäude und das Grand Hotel. Am 16. Juni wurden die neuen Thermen, das Hotel, der Park und eine Villa, die als  Verwaltungsgebäude dienen sollte,  offiziell eröffnet. Die Reportagen der Zeit berichten, daß für die Gaste der Eröffnung Sonderreisen erster Klasse aus Wien und Berlin organisiert wurden. Bei der Ankunft in Levico wurden sie von der Stadtkappelle empfangen und natürlich im Grand Hotel untergebracht, wo Sie im neuen Restaurant aßen und wo ein Konzert stattfand.

Das Grand Hotel zählte ab sofort zu den besten Hotels Europas.

Die Kurabteilung verfügte über Badesäle, Hydrotherapie, schwedische Gymnastik, Sonnenbäder, hydroelektrische Bäder, Elektrotherapie, Röntgentherapie, eine ärztliche Praxis und chemische Labors. Das Hotel  selbst verfügte über zwei elektrische Aufzüge, Dampfheizung, 70 Badekabinen, 100 Zimmer und zahlreiche Säle.

In denJahren vor dem ersten Weltkrieg, nahm das Hotel viele adelige Gäste aus Tirol, dem österreichisch – ungarischen Reich, Russland, Großbritannien, Frankreich, der Schweiz, Belgien, Holland, Spanien, Norwegen, Italien, dem Balkan und aus Nord- und Südamerika, Ägypten, China und Japan, auf. Unter den berühmten Namen findet man die Prinzessin von Windischgrätz, Cousine der Prinzessin Sissi, den Erzherzog Eugen von Hasburger, Mitglieder der Familie Romanov, Großherzoginnen der österreichischen Dynastie und Finanzmänner wie die Rotschild. Unter den italienischen Gästen gab es die Prinzen Borghese und Colonna, den Prinz

Lodovico Chigi, den Herzog Visconti di Modrone und Industriemänner wie Gnocchi, Feltrinelli, Sonzogno aus Mailand und Rossi aus Schio ( Vicenza).

Während des ersten Weltkrieges wurde das Hotel beschädigt. Nach dem Krieg, der mit der Annexion des Trentino Südtirol zu Italien endete, ging die Verwaltung des Grand Hotels der Gemeinde Levico über. Im Jahre 1930 griff der Staat ein, welcher sechs Jahre später das neue Gebäude in Vetriolo schuf.

Während des Zweiten Weltkrieges vom September 1943 bis August 1945, als die Provinzen von Trient, Bozen und Belluno unter den Befehlen der deutschen Streitkräften waren, wurde das Grand Hotel von General Kesserling beschlagnahmt. Es wurde zum Armeehauptkommando für die Kriegsoperationen der Provinzen Padua, Vicenza und Trient.

Mit der Schaffung der Autonomen Region Trentino – Südtirol wurde der Betrieb Eigentum der Region: diese errichtete den neuen Palazzo delle Terme, welcher 1965 eingeweiht wurde. Im Jahr 1973 ging die gesamte Thermaleinrichtung auf die Autonome Provinz Trient über.1984 beschloss die Regierung der Provinz das Hotel zu renovieren und zu erweitern um es zum anfänglichen Glanz zurückzubringen. Heute verfügt es über allen Komfort und hat dabei den eigenartigen Jugendstil behalten, der an die faszinierende Atmosphäre der Belle Epoque erinnert.

Freecall:

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